Internacional

Recomendamos: Biografía de Hella Haasse

Por etcétera ·

»Schreiben ist meine Art anwesend zu sein«. Als Hella S. Haasse – so ihr nom de plume – 2005 sich selbst so beschrieb, blickte sie auf 60 Jahre »Anwesenheit« zurück, in denen sie rund 60 Werke geschaffen hatte[I.], darunter vor allem Romane, aber auch Theaterstücke und literarische Betrachtungen. Sie war noch zwei weitere Jahre aktiv, bevor sie das hohe Alter und schließlich eine kurze Krankheit am Weiterarbeiten hinderten.

Haasse[II.] war das älteste Kind der Konzertpianistin und Komponistin Katharina Diehm Winzenhöhler und des leitenden Beamten in der niederländisch-indischen Kolonialverwaltung Willem Hendrik Haasse, der als Steuerfahnder arbeitete.

Unter Pseudonym schrieb er mehr als ein Dutzend Krimis. Den größten Teil ihrer Kindheit und Jugend lebte Haasse in Niederländisch-Indien (»Indië«, im Gegensatz zum indischen Subkontinent, der »India« genannt wird). 1920/21 besuchte sie während eines Heimaturlaubs des Vaters die Vorschule in Holland, danach die katholische Grundschule in Surabaja, Ostjava. 1924 begleitete sie ihre Mutter nach Davos, Schweiz, wo diese im Sanatorium behandelt wurde. Sie ging bei den Nonnen in die Schule. Danach wohnte sie bei ihrer Oma in Heemstede, NL, und im Kinderheim in Baarn. Schon mit acht Jahren begann sie Geschichten zu schreiben. 1928 kehrte sie mit den Eltern nach Batavia zurück, wo sie die »middelbare school« (Gymnasium) bis zum Abschlussexamen 1938 absolvierte.

Im selben Jahr zog sie endgültig für lange Zeit nach Amsterdam, um skandinavische Sprach- und Literaturwissenschaft zu studieren. Sie lebte nun ohne Familienanhang, denn ihr Vater wurde 1942 nach der überfallartigen Eroberung des indonesischen Archipels durch die Japaner, wie zehntausende Niederländer, bis Kriegsende interniert. Aus dieser Zeit stammen auch ihre ersten schriftstellerischen Versuche, und bei der satirisch-kritischen Studierendenzeitung Propria Cures, zu der sie nur einen einzigen Beitrag schrieb, traf sie 1939 ihren zukünftigen Partner Jan van Lelyveld. 1941 brach sie das Studium ab und immatrikulierte sich an der Amsterdamse Toneelschool, der Akademie für die Bühnenberufe. Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, wurde sie Mitglied des »Centraal Toneel«, einer Theatergesellschaft von Nazibesatzers Gnaden, einschließlich der Zwangsmitgliedschaft in der Nederlandsche Kultuurkamer, ebenso NS.

Am 18. Februar 1944 heiratete sie Jan van Lelyveld und gab ihre Bühnenkarriere auf, schrieb jedoch weiter für das Theater. Bis 1951 brachte sie drei Töchter zur Welt, von denen die älteste schon 1947 starb. 1945 erschien ihr literarisches Debut, ein Gedichtband namens »Stroomversnelling« (Stromschnelle, auch metaphorisch gebraucht), 1947 die feministische Erzählung »Kleider machen die Frau«. 1948 wurde ihr Buch »Oeroeg« (dt. Der Schwarze See, 1994) als Buchwochengeschenk veröffentlicht. In diesem alljährlichen Brauch laden die niederländischen Buchhändler junge AutorInnen ein, auf Verbandskosten ein Buch zu schreiben, das bei der Buchwoche an Buchkäufer verschenkt wird. Oeroeg brachte ihr sofort den literarischen Durchbruch. Noch zweimal wurde sie so eingeladen: 1959 mit »Dat weet ik self niet« und 1994 mit dem autobiografischen Buch »Transit«.

1969 und 1976 reiste sie wieder nach Java, um ihre Sehnsucht zu stillen. Danach formulierte sie die Erkenntnis: »Nun habe ich es gesehen, ich begreife jetzt erst, dass ich eine Fremde bin, auch wenn es das Land ist, wo ich geboren bin.«[III.] 1981 zog sie mit ihrem Mann nach Frankreich. Ihre letzten Lebensjahre verbrachte sie wieder in Amsterdam. Den digitalen Medien und dem Nutzen und Informationswert des Internets stand sie zwar indifferent gegenüber, aber drei Tage nach ihrem 90. Geburtstag eröffnete sie selbst das virtuelle Hella-Haasse-Museum, worin sie ihr ganzes persönliches Archiv veröffentlichte, darin Dokumente, Familienfotos, Briefe sowie auch Buchfragmente. 2017 wurde das Museum vom Netz genommen und nicht weitergeführt.[IV.]

Más información: https://bit.ly/3nzX4wF